Samstag, 13. Januar 2018

#Japanuary - Halbzeit


Mittlerweile habe ich vier Filme, also die Hälfte, des Japanuarys gesehen und nun würde ich jetzt gerne meine Meinung zu den bisher gesehenen Filmen kundtun. ^___^

  • The Garden of Words (言の葉の庭, Kotonoha no Niwa) von Makoto Shinkai (2013)
    Der Oberschüler Takao schwänzt an regnerischen Tagen gerne die Schule, um die Ruhe in einem Pavillon im Park zu genießen und an seinen Schuhentwürfen zu arbeiten, da er gern Schuhmacher werden will. Eines Tages sitzt eine Frau in dem Pavillon, die seine Aufmerksamkeit weckt, da sie Alkohol trinkt und Schokolade isst. Die beiden kommen sich durch Gespräche langsam näher und können den nächsten Regentag kaum noch abwarten...

    Der Film ist so schön poetisch gehalten, was durch das Farbspiel in den Szenen - besonders die Regenszenen im Park - verstärkt wird. Ich bin aber auch ein Regenfan. Und wie detailreich hier gearbeitet wurde - der Shinjuku Park sieht 100% genauso aus wie im echten Shinjuku Park - sogar den Pavillon gibt es da auch, wie man hier feststellen kann.
    Ein kleiner Wermutstropfen: Der Film ist ca. 45 Minuten lang, was vielleicht enttäuschend ist, da zumindest ich die beiden Protagonisten noch gern ein bisschen länger begleitet hätte.
  • Shin Godzilla (シン・ゴジラ, Shin Gojira) von Hideaki Anno und Shinji Higuchi (2016)
    In der Bucht von Tokio ist ein unbekanntes Lebewesen entdeckt worden, welches darauf die Stadt attackiert. Die Regierung Japans versucht Maßnahmen zu ergreifen, die die Bevölkerung schützen soll, ohne zu wissen, womit sie es zu tun haben.

    In den alten Godzilla-Filme spielten meist Naturwissenschaftler die Hauptrollen, während die Regierung im Hintergrund eher unfähig agiert. In diesem Film aber spielt die Regierung die Hauptrolle. Es ist ein eher satirischer Blick auf die berühmt-berüchtigte japanische Bürokratie, da es hier immer jemand gibt, die Verantwortung auf jemanden anderen bzw. auf eine andere Behörde zu schieben, um seinen guten Ruf zu wahren. Oft wird der Premierminister zu wichtigen Entscheidungen bedrängt, auch wenn man es ihm angemerkt hat, dass er ungern derjenige wäre, der diese fällen muss. Der Film hat ein hohes Tempo, so dass man wirklich aufmerksam sein muss, manchmal fiel es mir schon schwer, mir zu merken, wer welche Aufgabe hat bzw. wer welcher Behörde angehört. Aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
  • Unsere kleine Schwester (海街diary, Umimachi Diary) von Hirokazu Koreeda (2015)
    Sachi, Yoshino und Chika sind erwachsene Schwestern, die gemeinsam in einem Haus in einer Küstenstadt leben. Ihre geschiedenen Eltern haben sie schon in jungen Jahren verlassen. Eines Tages erhalten sie die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist. Bei der Beerdigung treffen sie auf ihre 13jährige Halbschwester Suzu. Da sich niemand um diese kümmern kann, laden sie Suzu dazu ein, mit ihnen gemeinsam zu leben.

    Hach, so ein schöner ruhiger Film, wie ich es bisher von Hirokazu Koreeda kannte (bereits gesehen habe ich Nobody Knows und Still Walking). Haruka Ayase, Masami Nagasawa und Kaho bilden als Schwestern ein tolles Team und Suzu Hirose als Suzu ist wirklich sowas von goldig. Ich habe es sehr genossen mitzuerleben, wie Suzu sich bei ihren Halbschwestern einlebt und die leise schwelenden Konflikte innerhalb der Familie werden ruhig gelöst. Irgendwann muss ich mal einen Film von Yasujiro Ozu gucken, der von Hirokazu Koreeda als Vorbild gesehen wird.
  • Teke Teke (テケテケ) von Kōji Shiraishi (2009)
    Teke Teke ist eine japanische Großstadtlegende über eine Frau, die auf die Gleise einer U-Bahn fiel und in zwei Hälften geteilt wurde. Als rachsüchtiger Geist bewegt sie mit ihren Händen fort, die obere Körperhälfte, die sie mitschleift, hinterlässt ein "teke teke"-Geräusch. Wer sie sieht, wird von ihr ebenfalls in zwei Hälften geteilt. Als das einer Freundin der Oberschülerin Kana geschieht, beginnt sie die Legende zu untersuchen.

    Gut, nicht gerade anspruchsvoll, aber wer sich einfach mal spät nachts von einem J-Horrorfilm unterhalten lassen will, ist hier richtig. Ich hatte schon schlimmere J-Horrorfilme gesehen und "Teke Teke" fand ich okay. (Ich trauere der Hochzeit des guten J-Horrors um die Jahrtausendwende nach...)

Ich freue mich auf die nächsten Filme. Wie ist euer Japanuary verlaufen, sofern ihr daran teilgenommen habt? Habt ihr Tipps für japanische Filme, die ich mir anschauen sollte?

Kommentare:

  1. Danke für den Zwischenbericht. Auf "Unsere kleine Schwester" hast du mich nun sehr neugierig gemacht. "The Garden of Words" steht eh schon ewig auf meiner Wunschliste - aus dem Trailer konnte ich mir damals zwar noch kein genaueres Bild zur Story machen, aber allein die Optik war so beeindruckend. Und wenn ich jetzt die Filmbilder im Vergleich zu den Originalschauplätzen sehe, verschlägt es mir glatt die Sprache. Da stimmen ja selbst die kleinsten Details überein und auf dem kleinen Handybildschirm (auf dem ich es vorhin zuerst ansah) musste ich tatsächlich zweimal schauen, was Foto und was Zeichnung ist. <3

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  2. Moshi moshi, Hotaru.
    Ich denke der 'Gojira' von 1954 bleibt ein Meilenstein für sich, enstanden nicht einmal ein Jahrzehnt nach der bedingungslosen Kapitulation. Innerhalb der engen Grenzen des Genres "Monster-Film) ein Stunde Null-Film.
    In mein Gedächnis hat sich allerdings das musikalische Thema von Akira Ifukube gebrannt.

    Die photorealitischen Qualitäten bei 'Garden Of Words' liegen darin begründet, dass der Film Originalaufnahmen der Hintergründe nimmt & sie via Rotoskopie in die Animation übernimmt; im Gegensatz dazu sind die Figuren traditionell animiert. Beides ergibt einen anmerkenswerten Effekt - von Schönheit durchflutet.

    Aktuell im Augenwinkel habe ich lediglich zwei angelsächsische Filme... ;-)

    bonté

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  3. Haha, "Teke Teke" fand ich eher lustig als gruselig :D

    "The Garden of Words" und "Unsere kleine Schwester" klingen nach richtig tollen Filmen <3 Die werden auf meine Watchlist wandern ;)

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