Sonntag, 23. Juli 2017

Mit Yoshi in London ♥ - Teil 3

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Wenn ich eine richtige Bucket-Liste hätte, würde der Highgate Cemetery auf dieser Liste stehen. Als Teenie war ich stets fasziniert von den Bildern, die ich in den Weiten des Internets entdeckt habe, gewesen. Diese melancholische Atmosphäre, die von den Bildern ausging, hat mich angesprochen und darum wollte ich diesen Ort schon immer mal mit eigenen Augen entdecken. Jetzt - in diesem Moment - kann ich es kaum fassen, dass ich wirklich dort gewesen bin. Aber es macht mich sehr glücklich. ^_____^

Der Highgate Cemetery befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt. Mit der Tube ging's auf der Northern Line zur Station Archway. Dort musste ich auf dem Highgate Hill weitergehen und leider sollte man das "Hill" sehr wörtlich nehmen, das war wirklich eine steile Straße gewesen. Aber besser auf dem Hinweg als auf dem Rückweg, wo ich bestimmt sehr müde gewesen wäre...


Schließlich kam ich in den Waterlow Park. Ein schöner Park und ich habe viele Familien gesehen, die dort ein Picknick gemacht haben. Einmal durch den Park gelaufen und dann war der Friedhof in Sichtweise.

Der Highgate Cemetery gehört zu den ältesten Friedhöfen Londons. Er wurde 1839 eröffnet, da es in der Innenstadt bei der rasant steigenden Bevölkerung keinen Platz mehr für Bestattungen gab. Der Friedhof ist heute in zwei Hälften aufgeteilt - in den East Cemetery und den West Cemetery. In den East Cemetery kann man für vier Pfund rein, in den West Cemetery kommt man nur mit einem Führer rein, wenn man vorher gebucht hat.

Es ergab sich so, dass ich auch eine Führung für den West Cemetery gebucht habe. Wenn schon, dann schon. Aber meine Führung fand um 18:30 statt, also hatte ich genügend Zeit, im East Cemetery zu verweilen. Was für ein traumhafter Ort, so still und friedlich. Dort habe ich nur sehr wenige Personen getroffen. In meinem Reiseprogramm war das schon ein ziemlicher Kontrast zum Vortag. Und das ist es, was ich wirklich genossen habe... wirkliche Ruhe.

Im East Cemetery liegen viele bekannte Persönlichkeiten begraben. Ich kann zwar nicht wirklich was mit Douglas Adams' Werke wie "Per Anhalter durch die Galaxis" anfangen (mal angefangen, nie beendet), finde es aber schön, dass an seinem Grab eine Vase mit Kugelschreibern steht, die von Fans hinterlassen wurden. An Karl Marx' Grab bin ich auch vorbeigekommen.

Aber ich habe meine Zeit lieber bei den überwiegend älteren Gräbern verbracht, die die Natur fest im Griff hatte. Es sind dabei wirklich schöne Bilder entstanden.


Das letzte Foto ist mein Lieblingsfoto. Es hat mich wirklich überrascht, diese niedliche Figur zu sehen. Ob das vielleicht ein Kind gewesen ist?  ^___^

Danach wurde es Zeit für die Führung. Wir waren vielleicht etwa 15 Leute. Überwiegend Menschen zwischen 40 und 80, aber auch zwei Teenagers, die ihre Eltern begleiteten. Im West Cemetery befinden sich zusätzlich kleine Katakomben und Familiengruften, die ich im Internet gesehen hatte. Es war toll, sie wiedererkannt zu haben. 


Der Führer hielt bei vielen Gräbern an und sprach über die Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Mir sagten die meisten nichts, aber interessant fand ich, dass Catherine Dickens, die Ehefrau von Charles Dickens, mit der leider im Alter von acht Monaten verstorbenen Tochter Dora im West Cemetery begraben liegt. Dickens selbst liegt im Westminster Abbey begraben. Und Christina Rosettis Grab habe ich auch gesehen. 

Über eine mir bisher unbekannte Persönlichkeit im West Cemetery mag ich dann euch noch erzählen, da ich sein Grab irgendwie schön finde, weil es anders als die üblichen Engelsstatuen, Monumente oder Kreuze ist: George Wombwell (1777-1850). Er war ein bekannter Tierschausteller, ein sogenannter Menagerist. Er stellte exotische Tiere der Öffentlichkeit vor, auch vor Queen Victoria, und zog dazu wilde Tiere auf, unter anderem "zahme" Löwen. Deswegen befindet sich die Statue seines Lieblingslöwen auf seinem Grab.

 
Auch heute noch werden Menschen dort begraben. George Michael z.B. liegt im West Cemetery begraben, aber sein Grab wird nicht auf der Führung besucht. Sonst auch ganz normale Menschen haben im ganzen Highgate Cemetery in den letzten Jahren ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Ich würde gerne noch einmal zum Highgate Cemetery kommen und dort eine längere Zeit im East Cemetery verbringen. Mir war einfach nicht bewusst, wie groß dieser war und so hatte ich nicht die Zeit gehabt, wirklich alles gesehen zu haben. Es kostet auch nur 4 Pfund um dort reinzugehen und ich hätte auch gerne mehr dafür bezahlt. Der Friedhof macht keine Werbung, aber benötigt Geld für die Instandhaltung des Friedhofs. Es ist offenbar sehr unklar, was mit dem Friedhof in Zukunft geschehen soll, da es ärgerlich ist, wenn alles mit Unkraut zugewachsen wird und es schwierig wird, Platz für Bestattungen zu finden, anderseits sind es genau diese Pflanzen, denen der Friedhof den melancholischen Hauch zu verdanken hat, der andere Menschen anzieht.

Wie findet ihr den Highgate Cemetery? ^___^

Über die letzten Tage in der Stadt an der Themse geht's weiter im letzten Teil...

Kommentare:

  1. Dieser Friedhof ist mir ja ganz und gar entgangen! Habe ich wohl meinen Reiseführer nicht gut genug gewälzt - Schande über mich! Naja, ich hatte dafür meine Jack the Ripper-Tour :D

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    1. Ich glaube kaum, dass der Friedhof in einem Reiseführer stehen würde. Es besuchen den auch nur etwa 50000 Menschen pro Jahr, was bei einer Stadt wie London eine sehr kleine Nummer ist. Ist also ein echter Geheimtipp. :)

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  2. Die Bilder sind wunderschön geworden *_____*
    Gut zu wissen, dass es sich bei dem Friedhof um einen Geheimtipp handelt ^__^ Den würde ich mir sicher auch anschauen.

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  3. Wow - tolle Bilder, in deiner gesamten Artikelreihe, aber v.A. die vom Highgate Cemetery. Ich war noch nicht da, stelle mir das aber sehr eindrucksvoll vor und würde dort auch mal eine Führung mitmachen.

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    1. Oh ja, der Friedhof ist wirklich ein Besuch wert. <3

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