Freitag, 6. Mai 2016

Meine besonderen Bücher im Regal


Wie manche von euch vielleicht via Twitter erfahren haben, räume ich seit einigen Wochen gerade meine Bücher um, um für Platz und Übersichtlichkeit zu sorgen. Und eine beträchtliche Zahl von Büchern sind in ein Paket gewandert, wo sie erstmal verweilen, bis ich für sie ein neues Zuhause gefunden habe. Auf Twitter bekam ich den Vorschlag, dass die Bücher an eine Organisation geht, die sie für den guten Zweck spenden werden. Das klingt schon nach einer tollen Idee, die ich gern umsetzen möchte. ^___^

Es ist für mich auch schon irgendwie eine emotionale Angelegenheit. Ich hätte nie gedacht, dass die bloße Existenz eines Buches gleich verschiedene Erinnerungen wecken kann. Ach. Und darum mag ich sie mit euch teilen. Ach, diese Nostalgie.  ^___^
 
Alexej - Der Sohn des letzten Zaren von Elisabeth Heresch
Dank des letzten Zarewitschen von Russland habe ich realisiert, wie sehr ich Sprachen doch interessant finde. Ich habe diese Geschichte ja einmal auf dem Blog erzählt. Alexejs Lebensgeschichte, er hatte Hämophilie, hat mich als 10jähriges Küken sehr betroffen gemacht und in dem Buch waren auch Fotos seiner Schularbeiten zu sehen. Ich fand die kyrillische Schrift so interessant, dass ich die Buchstaben alle lernen wollten. Nur um zu gucken, was Alexej denn so da geschrieben hatte. Es genügte mir schon, dass ich die Buchstaben lesen konnten. Alexej hatte mal alle Namen seiner Vorfahren aufgeschrieben, da genügte es mir schon, die Namen zu wissen. Michail Fjodorowisch. Der erste Zar aus dem Hause Romanow. Dann Alexej Michailowitsch. Und... und... und... Alexander III Alexandrowitsch. Und zu guter Letzt Papa - Nikolai II Alexandrowitsch. Fand ich so niedlich. ^___^

Harry Potter und der Stein des Weisen von Joanne K. Rowling
Ich habe dieses Buch von meiner Taufpatin geschenkt bekommen und zwar zum 11. Geburtstag, anno 1999 war das. Dennoch hat es wirklich eine Weile gebraucht, bis ich mal auf die Idee kam, das Buch zu lesen und wir sprechen hier von vielen, vielen Monaten. ^___^ Damals war ich in meine Kinderkrimis a la Knickerbocker-Bande verschossen und ich hatte auch angefangen, mich für Manga zu interessieren. Aber irgendwann ist mir doch aufgefallen, dass dieses Buch die ganze Zeit nur am Rumstehen war und ich beschloss endlich, meine Nase in das Buch reinzustecken. Ich glaube, das war auch noch das erste Mal, dass ich einen Fantasyroman gelesen habe. Und wie begeistert ich dann hinterher gewesen bin. Sofort mussten dann der zweite und der dritte Band gekauft werden, die zu diesem Zeitpunkt schon erschienen waren. ^____^ Es war danach wirklich furchtbar, so lange auf den nächsten Band warten zu müssen, dieses Gefühl war mir damals unbekannt.

Der gefallene Engel von Paul Doherty
Das ist mein erstes Buch für "Erwachsene". Wie furchtbar erwachsen ich mich gefühlt habe! Damals war ich dreizehn Jahre alt gewesen. Und warum ausgerechnet das Buch? Eigentlich habe ich es nur wegen des Titels gewählt. "Der gefallene Engel" erinnerte mich auch an den Manga "Angel Sanctuary" von Kaori Yuki und ich war damals auch noch verrückt nach allem, was mit Engel und Dämonen zu tun hatte. Ich erinnere mich, dass ich das Buch sehr toll gefunden habe. Es ist ein historischer Roman, der fantastisch angehaucht ist. Und ich habe darin sehr viel über englische Geschichte gelernt, besonders über die Rosenkriege. Also genau das Richtige für ein geschichtlich interessiertes Küken.

Pension Weimar von Gisa John
Ich weiß nicht, wie ich an dieses Buch geraten bin. Auf jeden Fall dachte ich, es sei ein interessantes Jugendbuch über ein kleines Mädchen namens Jojo, das in den 30ern mit ihrer Mutter aus China nach Deutschland zurückkehrt. Wie es sich jedoch herausstellt, wird Jojo später erwachsen und erlebt ihre erste Liebe mit dem frechen Nachbarsbuben Lothar, der sie nur seine chinesische Porzellanpuppe nennt. Und dann folgten Szenen, bei denen ich realisierte, dass das Buch doch kein Jugendbuch ist. Damals wie heute finde ich Liebesszenen furchtbar peinlich. (Außer wenn Jungs im Spiel sind. Ähem.) Aber trotzdem erinnere ich mich noch ziemlich gut an die Handlung. Ich bin mal so frei und spoilere das Ende. Lothar kehrt nicht mehr eines Tages aus dem Krieg zurück und Jojo verabschiedet sich von ihm an ihrem besonderen Ort in Weimar.

Dracula von Bram Stoker
Ich war 13 Jahre alt, als ich mit Horror anfing. Und auch noch mit einem uralten Klassiker. Warum eigentlich? Vielleicht dachte ich, das gehört sich so, wenn man Horrorschinken lesen wollte. Es war für mich wirklich etwas Neues, einen Briefroman zu lesen. Da ich die Geschichte von Dracula schon im Groben kannte, war er für mich nicht kompliziert gewesen. Und "Mina" gehört seitdem zu meinen Lieblingsmädchennamen. Nur bitte nicht als Abkürzung von Wilhelmina. ^___^

Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King
Es dauerte nicht lang, da wollte ich nach was Modernes im Horrorbereich gucken. Und Stephen King klang nach der richtigen Adresse. Ich hatte nämlich mal eine österreichische Serie gesehen, in der es ein Mädchen gab, das dauernd Bücher gelesen hat und Stephen King war oft auf dem Cover zu sehen. Ich dachte, ich hätte mich gleich gruseln müssen, aber so war es nicht. Aber dennoch sehr fesselnd, besonders zum Schluss hin.

Der Kirschblütenmord von Laura Joh Rowland
Das erste Buch, das ich gelesen habe, das in Japan spielte. (Die Bücher zu Sailor Moon zähle ich mal nicht dazu.) Und auch noch in einem Japan vor über 350 Jahren. Mann, was war ich begeistert gewesen. Besonders, als plötzlich klar wurde, dass es im Buch homoerotische Szenen gab. Damals war ich wirklich verrückt nach Shonen Ai und Yaoi-Manga gewesen. *hüstel* Da müsste ich etwa 15 gewesen sein. Ich habe begeistert jede Fortsetzung gelesen, aber seit Jahren wird sie in Deutschland leider nicht mehr fortgesetzt.

Illuminati von Dan Brown
Ich weiß noch, wo ich war, als ich mir dieses Buch gekauft habe. Das war in einem Ulmer Bahnhofsladen und ich war da auf dem Weg nach Stuttgart. Ich habe damals noch nie allein Bayern verlassen. Mit 16. Zu einer Internetfreundin. Da war ich schon mächtig aufgeregt. ^___^ Ein Wunder, dass ich mich noch auf das Buch konzentrieren konnte, denn ich weiß noch, dass es mich so sehr gefesselt habe, dass ich auf der Rückfahrt nach drei Tagen im gleichen Bahnhofsladen Sakrileg gekauft habe. Jedenfalls hat das Buch auch noch dazu geführt, dass ich eine Zeit lang nur noch Bücher gelesen habe, in denen es um irgendwelche Verschwörungen und schmutzigen Geheimnisse innerhalb der Kirche ging.

Drawing Blood von Poppy Z. Brite
Mein erstes Buch, das ich auf Englisch komplett gelesen habe. Ich hatte schon ein paar englische Bücher angefangen, aber die aufgegeben, weil meine Kenntnisse noch nicht gut genug waren. Aber bei Drawing Blood hat das geklappt. Wobei ich mich nicht mehr richtig an die Handlung erinnern kann. Aber die Namen der Protagonisten kann ich sagen. Trevor McGee und Zach Bosch. Zwei niedliche Jungs, die auch noch schwul waren. Ja, gut, eigentlich hat mich das Buch gerade deswegen interessiert. ^____^  (Ich erinnere mich auch noch, einmal in einer Freistunde in der Schule so etwas wie Fanart zu den beiden gemacht zu haben...)

Battle Royale von Konshun Takami
Das erste Buch, das ich wirklich in einer ganzen Nacht durch hatte. Dabei habe ich immer mit mir gekämpft, ob ich es doch nicht weglegen sollte, es sei doch so spannend, aber ich wollte doch immer wissen, wie es weitergeht. (Den Film hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gesehen.)

Spiel unter Freunden von P. J. Tracy
Und da folgte nun der Startschuss für meinen langen Ausflug in ein Land namens Thriller. Das hat auch mit 15 oder 16 angefangen und hielt eine sehr lange Zeit an. Ich habe so viele Bücher dieser Art gekauft, in denen im Grunde nur das Gleiche passierte: Serienmörder hinterlässt Leichen, die er auf eine perverse Weise umgebracht hat, sowie kryptische Nachrichten und Detectives mit einem bewegten Privatleben machen Jagd auf ihn. Viel zu oft schlafen auch noch Cop und Verdächtige(r) miteinander. Ähem ja. Das ist jetzt auch ein Großteil der Bücher, der ausgemistet wird. Da empfinde ich einfach nichts mehr. Aber die Reihe von P. J. Tracy lasse ich im Regal, weil ich mich noch gut an die Handlung erinnern kann. Thriller mag ich zwar heute noch, aber ich glaube, ich werde mir gut überlegen, was ich da genau lesen möchte. ^___^

Mister Aufziehvogel von Haruki Murakami
Irgendwann habe ich später irgendwo gelesen, wenn man einmal mit Murakamis Romane anfangen möchte, dann bitte nicht Mister Aufziehvogel, dieser sei kompliziert. Komischerweise war das bei mir nicht so. Außerdem habe ich mich voll mit May Kasahara identifizieren können. Ich kann mich noch genau an jeden Namen im Buch erinnern. Noboru Wataya, Malta und Kreta Kano, Muskat und Zimt. Und natürlich an die fürchterliche Szene, die in der Mandschurei stattgefunden hat. Ich glaube, das Buch ist für mich auch so besonders, weil ich bisher noch nie so ein Buch gelesen habe. ^__^

Habt ihr auch eure besonderen Bücher, die ihr schon lange nicht mehr gelesen habt, aber noch ganz genau wisst, worum es in ihnen geht, wo oder wann ihr sie gelesen habt und und und...?

1 Kommentar:

  1. *

    Huhu,

    ich hab mir auch mal Gedanken drüber gemacht.

    Hier ist mein Beitrag:

    https://lesekasten.wordpress.com/2016/05/08/besondere-buecher/

    LG Corly

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