Samstag, 19. Dezember 2015

[Linguaphile] Malaiisch

Hiermit mag ich eine neue Reihe auf meinem Blog beginnen. In einem Beitrag vom Juli (Mann, ist das ewig her!) habe ich mich ja schon ausgelassen, wie sehr ich mich für Sprachen interessiere. Ich wollte später noch auf die Sprachen eingehen, mit denen ich mich beschäftigt habe, aber für einen Eintrag ist das einfach zu viel. Von daher gibt es diese Reihe und ich stelle Sprachen vor, mit denen ich mich jemals beschäftigt habe, egal, ob ich das heute immer noch tue oder nicht. ^___^

Fangen wir mal mit einer Sprache aus einem weit entfernten Land an: Malay bzw. Malaiisch.

Ich hatte vor einigen Jahren tatsächlich eine Malay-Phase gehabt. Ich wollte unbedingt etwas über eine Sprache lernen, die nicht zu einer "populären" Sprachfamilie gehörte, aber die trotzdem eine große Sprache war, aus dem Grund, dass es dazu genügend Lernmaterial online geben sollte.
Malay bzw. Malaiisch gehört zu den austronesischen Sprachen und wird überwiegend in Malaysia, Indonesien, Brunei und Singapur gesprochen. Mit 270 Millionen Sprechern (davon 77 Mio. Muttersprachler) gehört Malay zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt.
In Malaysia wird die Sprache als "Bahasa Melayu" und in Indonesien als "Bahasa Indonesia" bezeichnet. Es gibt keine großen Unterschiede zwischen den beiden Sprachen, aber die Bahasa Melayu ist stark von der britischen Kolonialzeit beeinflusst worden, die Bahasa Indonesia dagegen von der niederländischen.

Nur wenige malaiische Wörter haben es geschafft, in andere Sprachen einzuwandern:
der Orang-Utan: orang (Mensch), hutan (Wald)

der Gecko: gekok, die Bezeichnung für Geräusch, das dieses Tier beim Bewegen macht

der Amok: amuk, was so viel wie "aus Raserei töten" heißt

der Dugong: duyung, was so viel wie "Meerjungfrau" heißt

die Durian: duri (Dorn), durian (dornig)

der Gong: stammt in der Tat aus dem Malaiischen, hat ebenfalls die gleiche Bedeutung

der Ketchup: kicap, wobei das Wort vermutlich vom chinesischen kê-chiap (in etwa Flüssigkeit vom fermentierten Fisch) stammt, aber der Ketchup an sich wurde erstmals in Malaysia entdeckt.
Die Aussprache ist der deutschen sehr ähnlich. Was die Grammatik angeht, gilt sie als sehr einfach. Wie im Englischen gibt es eine Subjekt-Verb-Objekt-Ordnung. Es gibt keine Artikel, es gibt keine Konjugationen oder gar Zeitformen, wie wir sie kennen. Stattdessen wird durch Adverben ausgedrückt, ob etwas in der Vergangenheit war oder in der Gegenwart. Eigentlich müsste man bloß nur Vokabeln pauken. ^___^

Das Wort "ich" hat im Malaiischen einen schönen Klang: saya. Klingt nach einem Mädchennamen. Es kann netterweise auch als Personalpronomen, Possesivpronomen oder Reflexivpronomen verwendet werden, also mir, mein oder mich. ^__^
Saya Hotaru. Ich bin Hotaru.
Nama saya Hotaru. Mein Name ist Hotaru.
Jangan ganggu saya. Lass mich allein!
Tolong bantu saya. Bitte hilf mir!
Trotz geringem Vokabular habe ich schon einige Lieblingswörter gefunden... ^___^


Für die Katzenfreunden: kucing heißt Katze. Ich muss zugeben, das Wort zusammen mit liar habe ich anders gelesen... *hüstel*  ^____^
Die Sprache sieht vielleicht nicht besonders ästhetisch aus, aber ich finde, sie klingt eigentlich recht lustig.

Ich hoffe, das war interessant.
Wie empfindet ihr Malaiisch? Wart ihr schon mal in Malaysia oder in Indonesien oder habt ihr mal vor die beiden Länder zu kennen lernen? ^___^

Kommentare:

  1. Also, ich fand's interessant und bin neugierig, über welche Sprachen du noch berichten wirst ^____^
    Mit Malaiisch habe ich mich noch nie genauer befasst. Ich muss aber auch sagen, dass mich Südostasien als Reiseziel überhaupt nicht reizt. Dennoch lesen sich die Wörter recht niedlich, so vom Klang her. Und eine Sprache mit einer leichten Grammatik ist mir grundsätzlich sympathisch ^^

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    1. Freut mich. :)
      Ja, ich glaube, Südostasien reizt mich als Reiseziel auch nicht so groß. :D

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  2. Wow, gern mehr solcher Beiträge. Finde ich super! Und lenkt schön vom Weihnachtszeug ab :'D
    (leider war ich in noch keinem der genannten Länder)

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  3. Selamat siang, Hotaru.
    Fremde Sprachen sind immer ein Quell von Einsichten. Vermutlich weiss Mehrsprachigkeit deshalb zu beeindrucken, bleibt das Credo für weltmännische Einstellung.

    Ein unkomplizierter Sprachaufbau ist doch per se sehr sympathisch. Schließlich müssen es nicht alle so komplex wie die alten Römer machen. :-)

    Anmerkenswert sind für mich auch sprachliche Übereinstimmungen, die über den Globus wandern. Um bei der cuking zu bleiben, cat / chat / k'tta / neko...

    bonté

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