Donnerstag, 30. April 2015

[Zitate] Gesammelte Schätze im April


So sieht meine April-Ausbeute aus. ^__^

Kazuaki Takano
Extinction
Es musste eine angeborene Krankheit bei Männern sein, dachte er, dass die Ausrüstung mit tödlichen Waffen genügte, um ihnen das Gefühl der Allmacht zu verleihen.
(Seite 75)

"Sie ist Geisteswissenschaftlerin, oder? Läuft was zwischen euch?"
Jawohl, hätte Kento gern geprahlt, aber er antwortete wahrheitsgemäß. "Wir haben einen Van-der-Waals-Kontaktabstand."
"Ach." Doi machte ein betrübtes Gesicht. "Das ist schade."
"Und du? Irgendwas in Aussicht?"
"Es gibt ein paar niedliche Mädels im Labor, aber da handelt es sich eher um eine metallische Bindung. Wir sind nur Atome, die sich in einer Gruppe bewegen."
"Wäre ja nett, wenn du mal eine kovalente Bindung zustandebringen könntest."
(Seite 85)

Leute, die keine Skrupel hatten, sich diskriminierend über andere Völker zu äußern, würden nicht lange angestachelt werden müssen, damit sie ihrer Brutalität freien Lauf ließen.
(Seite 141)

Waren generell alle politischen Führer, die einen Krieg begannen - wohlwissend, dass dabei Zigtausende zu Tode kommen werden -, normale Menschen, was ihre Grausamkeit angeht? Oder waren sie eher abnormal und verbargen ihe exzessive Aggressivität hinter einem freundlichen Lächeln?
(Seite 214)

Wie es der chinesische Philosoph Xunzi formuliert hatte: Der Mensch ist ein Wesen, das immer kämpfen wird, wenn ihm etwas fehlt.
(Seite 268)

"Wirklich furchterregend ist nicht der Verstand und schon gar nicht militärische Macht. Das Beängstigendste auf dieser Welt sind die Menschen, die beides benutzen."
(Seite 342)

"Unter allen Lebewesen sind die Menschen die einzige Spezies, die Genozid an ihresgleichen begeht. Das ist die Definition des Menschen. Die menschliche Natur heißt Grausamkeit. Andere Menschenarten, die auf der Erde lebten - Frühmenschen und Neandertaler - wurden vom Homo sapiens ausgerottet."
"Es war also nicht unsere Intelligenz, die uns hat überleben lassen, sondern unsere Grausamkeit?"
"So sehe ich es. Der Neandertaler hatte ein größeres Gehirnvolumen als wir. Eines können wir jedenfalls mit Sicherheit sagen: Der moderne Mensch weigert sich, mit anderen Menschenarten zu koexistieren."
(Seite 388)

"Die Menschen begreifen nicht, das das, was sie nach 'Rassen' unterscheiden, ein und derselben Spezies angehört. Sie betrachten Hautfarbe, Nationalität oder Religion, sogar Kleingruppen wie Familie und Regionalbevölkerungen als Unterscheidungsmerkmale. Individuen aus anderen Gruppen werden feindselig angesehen, als gehörten sie zu einer anderen Spezies. Das ist keine rationale Entscheidung, sondern eine biologische Eigenschaft. Das menschliche Hirn unterscheidet von sich aus unterschiedliche Wesen und betrachtet sie als Bedrohung. Für mich genügt das als Beweis ihrer Grausamkeit."
(Seite 389)


Trevor Shane
Paranoia 01 - Der Hinterhalt

Ich glaube, dass diejenigen, die behaupten, sich ein Monster vorzustellen sei erschreckender, als tatsächlich ein Monster zu sehen, nie wirklich ein Monster zu Gesicht bekommen haben. Kinder haben Angst vor der Dunkelheit, weil sie es nicht besser wissen. Wenn sie schlau wären, hätten sie Angst vor dem Licht.
(Seite 346)

"Manchmal gibt es keinen Trick", sagte Frank im Weggehen, ohne sich die Mühe zu machen, den Kopf zu drehen. "Manchmal muss man einfach fester draufhauen."
(Seite 388)

Furcht war schon so lange meine Verbündete, dass ich nicht wusste, wie ich mich verhalten sollte, sobald sie zu unserer Feindin wurde.
(Seite 399)

Irgendwann wurde mir dann bewusst, dass ich nicht in der Vergangenheit verharren durfte. Selbst wenn ich irgendwas hätte anders machen können, Tatsache war, dass ich es nicht gemacht hatte.
(Seite 460)

>> zu den Schätzen der anderen Schatzsucher im April

Kommentare:

  1. Senshu banzei fuku wa uchi, Hotaru san.

    "Allmachts-Allüren hängen nicht an XX oder XY, sondern einfach nur an Charakterschwäche."
    (Myrelle Minotier)

    "Gene drängen ihre Träger gern zur Reproduktion. Dem Mensch steht die Möglichkeit offen der reinen Biologie die Zwischenmenschlichkeit abzuringen."
    (Gaelle Mutin-Mutisme)

    Zum Inhalt des darauf folgenden Zitats läßt sich anmerken, daß der Mensch sich mit dem Neanderthaler vermischt hat. Ganz so ruchlos mag der Homo sapiens nicht sein, denke ich.

    "Als Kinder gemeinsamer Mütter geben wir uns der objektiven Lächerlichkeit preis, alsbald jemand ein künstliches Trennungsprodukt in die Welt setzt und spontan daran geglaubt wird. Überheblichkeit mag noch das netteste Adjektiv dafür sein."
    (Florance Ippdit)

    Was mir zu Kazuaki Takano so einfiel... :-)

    bonté

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    1. Wirklich tolle Gedankenspielergebnisse! :)

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  2. Oh, die Zitate aus "Extinction" sind wirklich großartig! Und so abwechslungsreich :) Nach deinen Schätzen bin ich glatt neugierig aufs Buch geworden, aber der Aspekt mit den vielen biochemischen Schilderungen schreckt mich gerade ein wenig ab ;) Auf die Merkliste kommt "Extinction" aber - mal schauen, ob mich die Leseprobe überzeugen wird.

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