Samstag, 28. Februar 2015

Projekt 52/09 - In Vergessenheit geraten


Wie viele Erfindungen des Menschen in den langen Jahrtausenden verloren gegangen sein, welche der Herausbildung des Geltungstriebes vorausgingen! Sehen wir doch noch heute so manche Erfindung mit ihrem Träger in Vergessenheit geraten! Und wer ermißt die schwere Masse der Trägheit, des zähen Widerstandes, die der Neuschöpfung von Ideen sich entgegenstellt.
Friedrich Ratzel

Projekt 52/09 - In Vergessenheit geraten
Es ist gar nicht so lang her, da präsentierte meine Mutter mir stolz etwas, was sie beim Ausmisten im Keller gefunden hat. Eine Schreibmaschine (in einem Koffer). Ich erinnere mich noch daran, dass ich als Kind damit gespielt hatte, aber irgendwann nahm ich an, sie sei inzwischen weggeschafft worden und dann war das kein Thema mehr für mich. Die Schreibmaschine funktioniert heute leider nicht mehr so richtig, aber es ist trotzdem schön, sie mal zu sehen und sich darüber freuen, dass ich eine Tastatur habe, auf der sich eine Rücktaste befindet. ^_^ Durch die im Koffer beigefügten Unterlagen konnte ich herausfinden, dass mein schon lang verstorbener Opa die Schreibmaschine am 2. Januar 1964 bestellt hat und sie rund um den 11. März geliefert bekommen hat. Sie hat 345 DM gekostet und er zahlte sie in 24 Monatsraten ab. Die Schreibmaschine war ursprünglich für meinen Onkel gedacht, Jahre später wurde sie an meine Mutter weiterverschenkt. Das finde ich doch sehr faszinierend zu wissen, was mein Opa damals gemacht hat. (Huch, neugieriger Yoshi in Sicht! ^_^)

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Kommentare:

  1. Sehr schöne Aufnahme, passt super zum Thema. So ein Buchstabe würde sich gut für Makro anbieten.

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  2. Konban wa, Hotaru san.
    Die innovative Reise-Schreibmaschiene war zu ihrer Zeit ein Quantensprung in puncto Reisejournalismus. Vergleichbar vielleicht mit der Elektrifizierung der Tippse; war man/frau hier doch nicht mehr gezwungen den Fingerbizeps 'für zu trainieren. Meine erste Schreibmaschine war auch eine solche elektrische, deren Hackwerk allerdings ordentlich viel Krach verursachte, weswegen ich damals nicht bis in die späten Nachstunden schreiben konnte. :-(

    Dein Klapperkasten ist zwar jünger als meine Wenigkeit, aber Ihr solltet das gut erhaltene Teil ruhig weiter in der Familie halten. Eine spätere Generation hätte dann ein schönes Mitbringsel für die BR-Sendung "Kunst & Krempel". :-)
    Ernsthaft, solche technischen Zeugnisse sind - wenn auch defekt - auf viele Weisen wertvoll. Ein leeres Blatt bedeutungsvoll einzuziehen, um es nach einiger Zeit beschrieben heraus zu ziehen - das ist schon ein schöner Akt.

    Und 354 Lappen waren anno 1964 doch ein ordentlicher Betrag, sprich eine größere Anschaffung.

    Der Yoshi scheint sich offensichtlich wie im Museum zu fühlen - großes Stauen: "Eine dampfbetriebene Hardware!"

    "Kulturen bauen Ideen zu Großem auf, die mit ihren Vordenkern im Staub des Vergessens einsinken werden - wenn der Mensch nicht aus alten Fehlern lernt."
    (F. Claire Serine)

    bonté

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    1. Konban wa, RoM-san. Das gefällt mir, was du über dein "damals" geschrieben hast. :) Ja, die Schreibmaschine wird auf jeden Fall noch eine Weile bei uns bleiben, ich als Historienfan könnte sowas auch schlecht wegwerfen. Mal sehen, wohin sie am Ende landen wird. ;)

      345 Mark aus jener Zeit wären heute inflationsbereinigt etwa 700 Euro, das ist in der Tat ordentlich. :)

      Ach ja - dein Zitat gefällt mir wieder mal gut.

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  3. So eine ähnliche Maschine gab es auch in meiner Familie. Und als ich meine eigene, bereits elektrische Schreibmaschine kaufte (ein riesen Klopper und sehr laut) war ich stolz wie Oskar. Die alten mechanischen Maschinen haben immer noch ihren Charme. Tolle Idee und Umsetzung ;)

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  4. Wie cool! Das ist ja wirklich ein schönes Stück und erinnert mich an meine Zeit, wo ich noch Bewerbungen auf einer Schreibmaschine getippt habe. Fehlerfrei bis zum letzten Satz und dann isses passiert. Gnah, also wieder von vorne beginnen :D

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  5. Meine damalige Maschine war knallrot und hat meinen Eltern sicher auch eine Stange Geld gekostet. Danach hatte ich eine entsorgte Adler aus dem Betrieb geerbt. Heute finde ich es einfach nur schade, dass man solche Geräte "einfach" in die Tonne gehauen hat.

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  6. Ich kann da leider nicht mitreden, aber ich würde es gerne mal ausprobieren an einer Rechenmaschine zu schreiben und mich dann zu ärgern, wenn ein Finger schneller war ^^.
    Auf jeden Fall ist es ein Foto zu diesem Thema wert! :) Gut getroffen!

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