Freitag, 16. Januar 2015

[Buch] Jonathan Aycliffe - Naomi's Room


Titel: Naomi's Room
Autor: Jonathan Aycliffe
Herkunft: Großbritannien
Sprache: Englisch
Seiten: 216
Format: Taschenbuch
Genre: Horror
erschienen: 1991 (Neuauflage 2013)
Verlag: Little, Brown Book Club

Inhalt: Charles und Laura sind ein junges, glücklich verheiratetes Paar, das in der privilegierten Welt der Akademiker Cambridges lebt. An Heiligabend geht Charles mit seiner kleinen, engelsgleichen Tochter Naomi voller Vorfreude zum Shoppen nach London. Aber am Ende des Tages ist alles, was Charles und Laura noch haben, einige Tassen Tee sowie das Mitgefühl der Polizei. Denn Naomi, ihr einziges Kind, ist verschwunden. Bald darauf wird die ermordete Leiche des Kindes aufgefunden. Aber ist Naomi wirklich tot...?

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Nach John Boyne's "Haus der Geister" habe ich voll Lust auf unheimliche Geschichten bekommen und habe erstmal geschaut, welche Bücher zu den "scariest books ever" gehören. "Naomi's Room" von Jonathan Aycliffe gehörte dazu und das hübsche Cover hat mich auch angesprochen, so dass es dieses Buch sein musste (zusammen mit einigen anderen Büchern). ^__^

Die Geschichte wird aus der Sicht von Charles Hillenbrand, etwa 20 Jahre nach jenem Ereignis, erzählt, der anfangs einen nervösen Eindruck macht und von seltsamen Geräuschen in seinem Haus berichtet.

Daraufhin beginnt er zu erzählen, was sich in jener Zeit abgespielt hat, damals im Jahr 1970. Alles ist perfekt. Charles arbeitet in der Universität, seine Frau Laura hat ihren Job vorübergehend aufgegeben, um sich um die kleine Tochter Naomi zu kümmern. An Heiligabend nimmt er seine Tochter mit in die Stadt, damit Laura sich in Ruhe um die Weihnachtsvorbereitungen kümmern kann. In einem Spielzeugladen geschieht jedoch das Unfassbare: Naomi verschwindet plötzlich. Charles sucht verzweifelt nach ihr, doch die Polizei kann ihm und Laura nur noch eine traurige Nachricht übermitteln: Naomi ist tot aufgefunden worden, sie wurde auf eine brutale Weise ermordet.

Einige Wochen später taucht ein Reporter bei Charles auf, welcher ihm ein paar Fotos zeigen möchte, die er kürzlich von dem Haus gemacht hat. Auf den Fotos befinden sich Personen im Haus, die eigentlich gar nicht da sein sollten und zu ihnen gehört die kleine Naomi. Charles beginnt daraufhin zu untersuchen, was in seinem Haus vorgeht und stößt auf eine düstere Geschichte.

Das Buch von Jonathan Aycliffe hat mich in der Tat gefesselt. Es gab viele Zeilen, bei denen ich einfach nicht weiterlesen wollte, um die gänsehautverursachende Spannung länger zu genießen und das musste bei (in meinen Augen) mageren 216 Seiten einfach sein. Auch mein Kopfkino war bei all den grauenvollen Szenen, da musste ich wirklich schlucken, im Hochbetrieb.

Nur eines hat mich gestört: das Ende. Zwar habe ich mit der Auflösung der ganzen Geschichte nicht gerechnet und sie hat mich auch eigentlich überrascht. Eigentlich. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto... ich will nicht sagen, dass sie blöd ist, aber irgendwie hinterlässt das Ende bei mir einen schalen Nachgeschmack a la "Musste das wirklich sein?". Ja, das Ende könnte viel besser sein. Aber das ist ja nur meine Meinung, alles in allem fühlte ich mich ziemlich gut unterhalten.

"Naomi's Room" gibt es bisher nur auf Englisch, aber man kann der Geschichte einigermaßen gut folgen. Jonathan Aycliffe ist übrigens ein Pseudonym des Briten Denis MacEoin. Unter diesem Namen hat er schon bereits viele Geistergeschichten veröffentlicht, da werde ich sicher mal danach Ausschau halten. ^_^

Kommentare:

  1. Hoi, Hotaru.
    Gut ausgearbeiteter Grusel erzielt nicht selten nachhaltigere Wirkung, als der obligatorisch gewordene Axtmörder (Old School versus Splatter). Dürfte an der Subtilität der Angst, der Nähe zum Alltäglichen liegen, denke ich.

    Solltest Du "The Haunting" (der von 1963) noch nicht gesehen haben, der Filmklassiker birgt jede Menge Schrecken - gänzlich ohne Blut oder wahnsinnige Mörder. Der etwas reißerische deutsche Titel 'Bis Das Blut Gefriert" kommt der Wirkung allerdings sehr nah.

    bonté

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    1. Ja, gut gemachter Grusel ohne einen Tropfen Blut finde ich auch am besten. :)
      "The Haunting" kenne ich gar nicht, aber ich werde mal danach Ausschau halten, danke für den Tipp.

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  2. Nach deinen Zitaten musste ich doch jetzt gleich mal noch deine Rezension zum Buch lesen. Als ich las "verschwundenes Mädchen", "tot" dachte ich erst, hier würde mich ein Krimi erwarten (mit denen ich meist nichts anfangen kann) - aber da konntest du mich ja gleich eines besseren belehren und hast mich ganz gespannt auf den Horroranteil und das Ende gemacht. Also nichts mit Wunschlistendiät in diesem Jahr ^^

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