Montag, 2. Dezember 2013

[Zitate] Gesammelte Schätze im November


Meine November-Ausbeute für Petras Challenge. Das müsste jetzt das vorletzte Mal sein. Wie die Zeit vergeht. Wobei ich auch schon mal das Gefühl hatte, dass die Zeit viel schneller vergeht, wenn man an Blogprojekten teilnimmt... irgendwann kommt immer der Tag, an dem man etwas erledigen muss.

Haruki Murakami
Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Ich war die Ausnahme in einer Welt, in der andere ganz selbstverständlich etwas besaßen, was mir fehlte.
(Seite 8)

Ich dagegen spürte immer wieder, dass sich hinter ihren Worten und in ihrer Miene eine gewisse Wärme und Verletzlichkeit verbargen, etwas, das entdeckt werden wollte wie ein Kind, das Verstecken spielt.
(Seite 10)

"Ich habe Angst.", sagte sie. "In letzter Zeit fühle ich mich manchmal wie eine Schnecke ohne Haus."
"Ich habe auch Angst.", sagte ich. "Und fühle mich wie ein Frosch ohne Schwimmhäute."
(Seite 31)

Ich wusste nicht, dass ich irgendwann einen Menschen so tief verletzen würde, dasss er sich nie mehr davon erholte. Dass ein Mensch durch seine bloße Existenz einen anderen so sehr verletzen konnte.
(Seite 32)

Überall saßen Leute mit aufgeschlagenen Zeitschriften und lasen wie besessen: beim Friseur, auf Parkbänken, im Café und in der Bahn, an an allen möglichen Orten hatten die Leute aufgeschlagene Zeitschriften in der Hand, als wären sie von etwas besessen. Vielleicht hatten sie solche Angst, die Zeit nicht totschlagen zu können, dass sie sich das nächstbeste Blatt griffen und darin lasen.
(Seite 87)


Adam Johnson
Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Die Dunkelheit im eigenen Kopf füllte sich zu schnell mit Geschichten, die nichts mit der echten Dunkelheit um einen herum zu tun hatten.
(Seite 26)

"Ich bin nur ein Mensch", sagte er. "Ich bin ein Niemand, der raus will."
(Seite 59)

"Meiner Meinung nach", sagte Jun Do. "ist das große Missverständnis in Bezug auf Gespenster, dass jeder sie für tot hält. Für mich sind die Gespenster die Lebenden, die irgendwo sind, die man aber nie zu fassen bekommt."
(Seite 111)

"Wenn man in dieser Welt überleben will, muss man die meiste Zeit ein Feigling sein, aber einmal auch ein Held."
(Seite 164)

Ein solcher innerer Rückzugsort war wie ein geheimer Garten - man baute einen Zaun drum herum, passte auf, dass er unberührt blieb, vertrieb alle Eindringlinge, hegte und pflegte ihn. Niemand durfte je erfahren, in welche innere Landschaft man sich flüchtete. Denn wenn man seinen Rückzugsort preisgab, hatte man alles verloren.
(Seite 324)

"Die Wunde des Nichtwissens. Das ist die Wunde, die nie verheilt."
(Seite 460)

Noch immer ließ er ihren Arm nicht los. "Und was ist, wenn etwas schiefgeht? Hast du dir das mal überlegt? Was, wenn heute alles ist, was uns noch bleibt?"
"Heute, morgen", sagte sie. "Ein Tag ist doch gar nichts. Ein Tag ist nichts anders als ein Streichholz, das man anzündet, nachdem zehntausend andere Streichhölzer verglüht sind."
(Seite 570)


Alan Bradley
Flavia de Luce: Schlussakkord für einen Mord

Ein Aspekt von Giften, der oft übersehen wird, ist die diebische Freude, mit der man sich an ihrem puren Dasein berauscht.
(Seite 67)

Warum hatte uns die Natur nicht mit einem Scheinwerfer auf der Stirn ausgestattet, so ähnlich wie die Glühwürmchen (nur dass bei denen das Licht am anderen Ende saß)?
(Seite 77)

Wie kommt es bloß, überlegte ich beim Sprechen, dass wir am geschicktesten lügen, wenn es um unsere Gefühle geht?
(Seite 211)

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