Mittwoch, 4. September 2013

Projekt 52/36 - Märchen


Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgend einem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!
Friedrich Nietzsche

Projekt 52/36 - Märchen

"Den dritten Tag", las ich vor. "kam der Bote wieder zurück und erzählte: 'Neue Namen habe ich keinen einzigen finden können, aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Has sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie...'"
Schon tanzten die Yoshis, die mir noch eben andächtig gelauscht haben, auf dem Boden herum und fingen an im Einklang zu schreien:

"Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
Ach, wie gut ist, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!"

Gleich darauf gaben sie wieder Ruhe und hörten mir zu, wie die Königin endlich die Frage des Männchens beantworten konnte. "'Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt', schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, dass es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selbst miteinander entzwei."

"Brrr!", machten die Yoshis kichernd. War mein Dasein als Märchentante zu Ende? Nein, sie flehten mich an, ein anderes Märchen zu erzählen. "Vom Fischer und seiner Frau!" - "Nein, ich will Jungfrau Maleen!" - "Rapunzel!" - "Nein, doch lieber..."

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Eine kleine Bitte: Hinterlasst einen Stern *, wenn ich auf eure Fragen bzw. Kommentare hier auf eurem Blog/eurer Seite reagieren soll. Ich merke es mir dann, ansonsten antworte ich gleich hier. :)