Freitag, 13. September 2013

[Buch] Rick Yancey - Der Monstrumologe


Rick Yancey
Der Monstrumologe
The Monstrumologist

Inhalt:
1888: Der Junge Will Henry ist ein Waisenkind und arbeitet als Assistent des kauzigen Dr. Warthrop. Der gute Doktor hat sich auf ein ganz besonderes Gebiet spezialisiert: Er ist Monstrumologe, das heißt, er studiert Monster und macht notfalls Jagd auf sie.

Eines Abend kommt ein Grabräuber zu Will und dem Doktor ins Labor. Er hat einen schrecklichen Fund gemacht: eine Leiche, in die sich ein zahnbewehrtes Monster verbissen hat. Der Doktor weiß, diese Monsterart ist äußerst gefährlich, da sie Menschen tötet und sich rasend schnell vermehrt. Und die einzigen, die nun zwischen diesen Bestien und den Menschen stehen, sind der Doktor und der kleine Will.

+++ Verlag: Lübbe +++ Seiten: 416 +++ Genre: Abenteuer, Horror +++ erschienen: 2010 +++

Eins vorweg - die Handlung spielt nicht, wie das Cover sowie die Jahreszahl vielleicht vermuten lässt, im viktorianischen England, sondern in Amerika irgendwo an der Ostküste.

Die Geschichte fängt in der Gegenwart an, wo ein Autor auf das scheinbare Tagebuch des kürzlich verstorbenen William James Henry stößt, welcher angeblich 131 Jahre alt geworden ist. In der Hoffnung, etwas über seine Herkunft zu erfahren, beginnt er das Buch, das auf ihn sehr wunderlich wirkt, zu lesen. Ein zwölfjähriger Junge als Assistent eines Doktors, der sich der Monstrumologie verschrieben hat? Kopflose Monster mit Zähnen im Bauch, die Menschen zum Fressen gern haben?

Ich weiß am Ende immer noch nicht, was ich von dem Buch halten soll. Meine Reaktion liegt zwischen Euphorie und Enttäuschung.

Das Cover war unter anderem der Grund, wieso ich mich zum Kauf dieses Buches entschieden habe. Außerdem gibt es im Buch auch Illustrationen, die bestimmte Szenen der Handlung zeigen. Es erinnert mich an diese alten Abenteuerbücher von Enid Blyton, die ich in meiner Kindheit gelesen habe. Nur gepaart mit Horror-Elementen. Und diese haben meine Erwartungen erfüllen können. Allerdings muss man vielleicht einen starken Magen haben, weil es manchmal ganz schön detailreich zugeht. Ich darf mal was in den ersten 50 Seiten zitieren?
 
Warme Blut-, Knochen- und Gehirnspritzer klatschten mir in die Haare und gegen den Nacken...

... ich konnte das Maul arbeiten hören, das übellkeiterregende Knirschen der Zähne, die Knochen pulverisierten und Sehnen zerbissen, das eigenartige Grunzen wie von einem riesigen Keiler, der im Unterholz schnüffelt...

Und das war noch grad harmlos. Den Rest überlasse ich eurem Kopfkino. Ach ja, es sei wohlgemerkt, das das einem Zwölfjährigen passiert. Übrigens ist das Buch laut Empfehlung für Leser ab 14 Jahren geeignet. Ob das so richtig ist...?

Kommen wir zu den Protagonisten. Will Henry und Dr. Warthrop. Treuer Assistent und kauziger Wissenschaftler. Das war's auch schon. Ein Hauch von Charakterentwicklung gab es nur gegen Ende des Buches. Was ich als sehr nervig empfunden habe, war der Spruch des Doktors "Mach fix, Will Henry", das taucht wirklich zu oft im Buch auf. Es klingt für mich merkwürdig und passt auch gar nicht in diese Zeit. Im Englischen heißt es "Snap to, Will Henry!" - ich frage mich, ob da nicht eine bessere Übersetzung möglich wäre.


Die Handlung ist ziemlich wild. Man hechtet von einem Vorfall zum anderen und selten kommen die beiden Protagonisten zur Ruhe. Allerdings spart der Autor nicht mit teils überflüssigen Details, so dass viele Stellen leidlich in die Länge gezogen werden. Erst nach der Hälfte des Buches wird es interessanter. An sich ist die Story aber ganz okay, auch wenn wieder mal in die Klischeekiste gegriffen wurde. Zum Beispiel suchen Dr. Warthrop und Will einen Mann, der etwas über die Monster wissen könnte und sie finden ihn auch noch gerade noch knapp, denn der Mann liegt in einem Sanatorium im Sterben. Na, so ein Glück aber auch.

Fazit:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir die Fortsetzung kaufen soll. Ich hab mir halt mehr vom Buch erwartet. Aber ich neige doch eher dazu, denn so viel ich weiß, ist Will Henry im nächsten Band nicht mehr zwölf Jahre alt, sondern schon ein Teenager, wahrscheinlich ist das auch bei jedem Band so, dass er ein gutes Stück älter wird. Da würde ich schon gern wissen, wie es dann weitergeht. Vielleicht ist der nächste Band besser?

Kommentare:

  1. Schade, wenn es so an den Charakteren hapert. Ich finde das ist das wichtigste an einer Geschichte >-<
    Da kann die Story noch so gut sein - mit klischeehaften Charakteren wird das nichts. Finde ich.
    Umgekeht funktioniert es bei mir nämlich schon x3
    Hauptsache gutes Charaktersetting!

    Ich würde mir die Zeit bei einem Buch wahrscheinlich nicht nehmen, bei dem ich mir nicht sicher bin. Film ist etwas anderes, da bin ich nach ein paar Stunden (wenn überhaupt) fertig, aber an einem Buch sitzt man ja länger...
    Da wäre mir die Zeit zu schade.

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    1. Ja, die Charaktere sind bei mir auch am wichtigsten, da hat es mich schon sehr enttäuscht. Ich denke, die Fortsetzung hol ich mir aber mal, allerdings gebraucht.

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  2. Ich hatte mich damals auch sehr auf das Buch gefreut und mich ziemlich vom Cover und der gesamten Gestaltung beeinflussen lassen. Leider hielt der Inhalt meinen Erwartungen nicht stand, aus eben den Gründen, die du genannt hast. Und ich hatte ein großes Problem mit dem zum Teil sehr aufgesetztem Schreibstil. Klang manchmal zu überladen und war müselig zu lesen. Kann aber auch an der Übersetzung liegen.

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    1. Das freut mich, dass ich nicht allein damit bin. Ich denke auch, das könnte an der Übersetzung liegen. Ich hab einige Zeilen im Internet auf Englisch gelesen, da klang das schon etwas flüssiger.

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