Montag, 1. Juli 2013

[Zitate] Gesammelte Schätze im Juni


Und wieder ist ein Monat rum. Was Petras Challenge angeht, habe ich ein paar Zitate, die mir gefallen, gesammelt. ^_^

Dmitry Glukhovsky
Metro 2033

Zugleich ergriff ihn große Furcht, als hätte er durch eine Art Schlüsselloch geblickt und von der anderen Seite der Tür wäre ihm nur unerträglich helle, die Augen versengendes Licht entgegenschlagen. Und wenn er diese Tür öffnete, würde das Licht unaufhaltsam herausbrechen und den tollkühnen Eindringling in Staub und Asche verwandeln. Dieses Licht jedoch war... Erkenntnis.
(Seite 152)

"Du sagst, es sind Menschen? Nein, mein Freund, es sind Tiere. Ein Rudel Schakale. Sie wollten uns zerreißen. Und hätten es auch getan. Aber eins haben sie nicht bedacht: Sie mögen Schakale sein, ich aber bin ein Wolf. [...]"
(Seite 214)

Er war gleichsam aus Raum und Zeit herausgefallen und hatte das Gefühl, dass sein Körper nicht mehr existierte - als ginge er nicht mehr einen Tunnel entlang, sondern als schwebe sein Bewusstsein durch eine unbekannte Dimension.
(Seite 402)

"Also, was ich dazu sagen kann..." Jewgeni Dmitrijewitsch nahm einen tiefen Zug und lächelte. "Selbst wenn ihr Gott bestimmte charakteristische Eigenschaften hat, so sind dies mit Sicherheit nicht Liebe, Gerechtigkeit oder Sanftmut. Angesichts all dessen, was auf der Erde geschehen ist seit ihrer Erschaffung, hat Gott nur eine Art von Liebe an den Tag gelegt: die Vorliebe für interessante Geschichten. Erst brockt er irgendwem was ein, und dann schaut er, was dabei herauskommt. Ist es zu fade, tut er Pfeffer hinein. Insofern hat der alte Shakespeare schon recht: Die ganze Welt ist ein Theater. Nur ein ganz anderes, als er meinte."
"Allein heute Morgen", bemerkte Sergej Andrejewitsch, "hast du dir mit deinen Reden schon wieder ein paar Jahrhunderte Hölle verdient."
"Dann hast du wenigstens jemanden, mit dem du dich unterhalten kannst."
(Seite 412/413)

Es ist nur so, dass dieses Ungeheuer aus dir selbst gekommen und, nachdem es sein Werk vollbracht hat, wieder in dich zurückgekrochen ist. Aber es ist besser, das nicht zu wissen. Denn wer je dem Ungeheuer in sich selbst auch nur für einen Augenblick gegenüberstanden hat, ist fortan zu einem Leben in der Zwangsjacke verdammt.
(Seite 781)


Francesc Miralles
Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

Wie seltsam einem die Vergnügungen der anderen vorkommen, wenn man allein ist.
(Seite 13)

Doch plötzlich hatte Der Wanderer eine neue Bedeutung für mich erlangt. Mir wurde auf einmal bewusst, dass er eine Allegorie auf mein Leben sein könnte. Ich war dem Mann auf dem Bild nicht unähnlich: Ich stand oben auf einem Berg und verstand nichts von dem, was unten in der Welt vor sich ging.*
(Seite 38)

Liebe im Kleinen, das ist das Geheimnis. Diese Worte schienen nicht von mir zu kommen, sondern von dem Sonnenstrahl, der durch das Taxifenster fiel und Myriaden von Staubpartikeln sichtbar machte.
(Seite 49)

Du verbringst dein Leben in einem Gefängnis, das du selbst gebaut hast, und eines Tages klingelt es an der Tür. Jemand ist gekommen, um dich abzuholen, und du denkst, jetzt wirst du nie mehr allein sein. Aber was passiert, wenn du aufmachst und feststellst, dass da niemand ist? Wenn der Mensch vor deiner Tür schon wieder weggegangen ist? Vielleicht war das Klopfen in deinen Augen eine Einladung zu einem langen Spaziergang, so lang, dass er womöglich ein ganzes Leben dauern kann, dabei wollte die andere Person eventuell einfach nur nachsehen, ob die Klingel noch funktionierte.
(Seite 162/163)

"Wer weiß, wahrscheinlich gibt es alle möglichen Dinge, die sich in einer bestimmten Art und Weise entwickeln, weil wir es so wollen. Zum Beispiel die Leute, die immer das Schlimmste befürchten und unentwegt davon sprechen. Und dann wundern sie sich, wenn das Schlimmste tatsächlich eintritt. Sie merken nicht, dass sie in Wirklichkeit einen Wunsch formuliert haben."
"Ein Wunsch nach Unglück."
"So in etwa", gab ich zu. "und vielleicht ist die Befriedigung darüber, dass ihre Vorhersage sich erfüllt hat, größer als das Unglück. Manche Leute brauchen das, dass sie sagen können: 'Siehst du, das habe ich dir gleich gesagt.'"
(Seite 283)

*
Mit Der Wanderer ist das Bild "Der Wanderer über dem Nebelmeer" von C. D. Friedrich gemeint.


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