Samstag, 1. Oktober 2011

[NaNoWriMo] Nur noch 31 Tage...



Noch einmal - was steckt hinter dem Begriff NaNoWriMo? Es steht für National Novel Writing Month und findet jedes Jahr im Monat November statt. Auf der ganzen Welt nehmen Tausende daran teil, um innerhalb von 30 Tagen eine Geschichte mit mindestens 50000 Wörter zu schreiben. Zu gewinnen gibt es nichts, außer das großartige Gefühl, etwas geschafft zu haben.
Besucht die Webseite - www.nanowrimo.org - da könnt ihr noch mehr erfahren!

Letztes Jahr habe ich dort zum ersten Mal teilgenommen. In einem englischen Forum, wo ich mitschreibe, hatte jemand das Schreibprojekt vorgestellt und ich dachte erst: "Och nee, 50000 Wörter in einem Monat? Das schaffe ich doch nicht!"
Aber einige Tage später dachte ich: "Hey, du hast doch so viele Ideen in der Schublade, warum nutzt du nicht eine dafür? Mal schauen, wie weit du damit kommen kannst!"

Ich wählte für das erste Mal eine Idee, die recht simpel war und aus der man einiges machen konnte. Ich brauchte in der Geschichte eine Umgebung, in die ich mich auch schnell reinversetzen konnte. Eine Geschichte, die im 19. Jahrhundert spielt, könnte ich auch schreiben, aber ich weiß, dass ich dafür immer viel Zeit brauche. Also wählte ich ein paar junge Leute als Protagonisten und der Schauplatz der Geschichte war ein bayrisches Dorf, genau wie ich gerade in einem lebe. Und darum ging es bei "Slow Motion" - einfach zum Festhalten, weil ich mein NaNo-Profil später ändern müsste:

Kiara ist 22, seit einem Jahr in München, wo sie sich an ein routinemäßiges Leben gewöhnt hat. Die Beerdigung des geliebten Großvaters führt sie zurück in ihr Heimatdorf, wo sie ihre Familie wiedersieht. Als sie mit ihrem Bruder an einem Fluss in Erinnerungen schwelgen will, rutscht sie dabei aus, wo sie sich am Kopf stößt.
Nachdem sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in einer merkwürdigen Situation wieder: sie befindet sich im Körper ihres elfjährigen Selbsts. Sie stellt daraufhin fest, dass sie sich im Jahr 1999 befindet. Sie sieht dies nun als Chance, nicht nur das nahende Ende ihrer Kindheit neu zu erleben sondern auch zu versuchen, den Tod eines Freundes, der damals unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, zu untersuchen.


Es hat mir so viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu schreiben, auch wenn sie im Moment immer noch unvollendet ist. Aber die magische Grenze habe ich immerhin nach 25 Tagen erreichen können. Und das war eine verrückte Zeit damals. Ich pendele ja eigentlich zwischen Vernunft und Tagträumerei, aber alles, was ich in dieser Zeit im Kopf hatte, waren meine geliebten fiktiven Kinder. Ich fragte mich ständig: wie geht's weiter, was könnte ich noch mit ihnen anstellen, was könnte ich noch einbauen, was würde mir gefallen, wenn ich tatsächlich in die Vergangenheit reisen könnte? (Zum Letzteren: Fußballwetten abschließen und reich werden. *gnihihi*)
Und in dieser Zeit sind die Charaktere auch einem ans Herz gewachsen. Eigentlich hatte ich ja vor, einen unsympathischen Jungen weiter unsympathisch zu lassen, aber ich hatte ihn so lieb gewonnen, dass er viel zu oft im Vordergrund steht und ich fast vergessen hätte, was meine Kiara überhaupt im Jahr 1999 machen soll. Also, es ist zu 75% nicht das vorgekommen, was ich zu Anfang geplant hatte. Stattdessen haben meine fiktiven Kinder sozusagen ein Eigenleben entwickelt...  und eigentlich gefällt mir dieses Ergebnis ganz gut. ^_^

Nun - jetzt habe ich für diesen November wieder Blut geleckt. Und weil ich jetzt weiß, wie der Hase so läuft, werde ich auch mich an einem düsteren Stoff, der im 19. Jahrhundert spielt, versuchen. Ich habe im Vorfeld schon viele Details gesammelt und meine eigene "Wikipedia" über meine neuen Kinder aufgebaut. Es werden diesmal viele Charaktere vorkommen, was für mich ein Vorteil sein könnte, dann gäbe es mehr Geschichten zu erzählen und dann gäbe es mehr Wörter...*händereib*  - mal sehen, ob ich wieder erfolgreich sein werde oder doch mit wehenden Fahnen untergehen werde. Ich werde beim nächsten Mal darüber erzählen, worum es in meiner Geschichte gehen wird - das wird mich motivieren, das auch durchzuziehen!

Möchtet ihr nicht auch mitmachen? ^_^
50000 Wörter mögen sich vielleicht viel anhören, aber hey, dieser Blog-Eintrag zählt auch im Moment 775 Wörter, mit Pausen zwischendurch in einer halben Stunde geschafft!

Übrigens gibt es beim NaNoWriMo auch einige, die sich 100000 Wörter oder mehr zum Ziel genommen haben. Das finde ich bewundernswert. Auch gab es einige Autoren, die mit ihrem Werk nach ihrer Teilnahme beim Projekt berühmt geworden sind - ein bekanntes Beispiel wäre hier zum Beispiel "Wasser für die Elefanten", ein Bestseller, welcher mit Robert Pattinson, Reese Witherspoon und Christoph Waltz verfilmt wurde und im Frühjahr dieses Jahres in den Kinos kam. Das wäre ja nichts für mich, aber es ist toll zu sehen, was alles durch den NaNoWriMo entstanden ist.

Kommentare:

  1. Ich überlege seit drei Jahren, ob ich beim NaNo mitmache oder nicht. Jedes Jahr war es bisher so, dass sich gerade mit dem November etwas Entscheidendes in meinem Leben geändert hat. Also hatte ich nie Zeit fürs Schreiben.
    Leider weiß ich auch noch nicht, ob es dieses Jahr anders wird. Aber ich würde es wirklich gern mal probieren...

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  2. * hallo hotaru,

    ich will auf alle fälle heuer mitmachen beim nanowrimo.

    wollte dich fragen ob du aus münchen oder umgebung bist da ich gleichgesinnte suche für schreibgruppe, oder ob du mir da einige hinweise auf websites oä. geben kannst.

    danke und grüße

    elfgifu

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  3. Ich weiß nicht, wo ich dich erreichen könnte, um dir eine Antwort zu schreiben - trotzdem schreibe ich hier einfach. München ist zwar nicht weit von mir, aber ich nehme nicht an Schreibgruppen o.Ä. teil. Aber auf der NaNo-Seite findest du sicher jede Menge Gleichgesinnte.

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  4. danke hotaru.

    das hab ich schon gesehen, da gibt's ein paar. war ich auch schon dort beim treff, schreiben fantasy oder post-catastrophe. ich will historische schreiben, und zwar mit einem ordentlich recherchierten hintergrund. hab aber auch ein paar plots und ideen für thriller / zeitgenössisch.
    danke dir. meine mail. riofrey@web.de

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