Samstag, 11. Juni 2011

Elementary, my dear Watson!


Elementary, my dear Watson!
ist ein Satz, der nie in den Büchern über den berühmten Detektiv aus der Baker Street 221b, erdacht von Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930), vorgekommen ist. Eigentlich stammt der unvergessene Spruch aus den zahlreichen Filmen über Sherlock Holmes in den 30ern und 40ern.

"Excellent!" I cried. - "Elementary," said he.
Als ich klein war, fand ich Detektivgeschichten immer unheimlich spannend und von Sherlock Holmes hatte ich auch schon einiges am Rande mitbekommen, er konnte ein Thema in diversen Kindermagazinen werden. Ich wollte genauso schlau wie er sein und Fälle lösen können. Meine liebste Lektüre zu jener Zeit waren die Kinderkrimis von Thomas Brezina. Sie enthielten oft Rätsel, die man selbst lösen konnte. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich eins gelöst habe und wenn es doch nicht klappte, war ich oft der Verzweiflung nahe. Mit zehn Jahren kaufte ich mir mein erstes Sherlock Holmes-Buch, nämlich "Der Hund der Baskervilles", eins der bekannteren Werke über den Detektiv. Trotz der eher altertümlichen Schreibweise war das Buch für mich recht gut verständlich und ich habe das Buch in einem Zug gelesen. Es war allerdings etwas schwierig, die anderen Bücher zu besorgen, denn die meisten gab es nicht mehr zu kaufen und Internet war für mich anno 1998 noch ein Fremdwort. Erst vor wenigen Jahren gab es dann vom Kein & Aber Verlag eine Kollektion mit allen Sherlock Holmes Geschichten von Doyle, sogar mit den Originalillustrationen von Sidney Paget - die habe ich natürlich sogleich erworben und mit Genuss gelesen. Ich würde gerne einmal eine englischsprachige Kollektion besitzen...

Murder, my dear Watson. Refined, cold-blooded murder.
Mit dreizehn Jahren bekam ich meinen eigenen Fernseher im Zimmer. Als ich mal nachts nicht schlafen konnte, machte ich den TV an. Und plötzlich huschten auf dem Bildschirm unverkennbar Sherlock Holmes und sein treuer Begleiter in einer finsteren Umgebung umher. Ohne auf den Titel zu achten, wusste ich sogleich, dass es "Der Hund der Baskervilles" war. Natürlich wusste ich schon von den Filmen, aber bisher hatte ich sie noch nie gesehen, denn sie liefen im Gegensatz zu Miss Marple ziemlich selten im Fernsehen.


Basil Rathbone (1892-1964) und Nigel Bruce (1895-1952) verkörperten von 1939 bis 1946 in vierzehn Filmen Sherlock Holmes und Dr. Watson. Der Spruch "Elementary, my dear Watson" ist in diesen Filmen sehr oft zu hören. Kürzlich habe ich die DVD-Collection gekauft und alle vierzehn Filme in der restaurierten Originalfassung mit Untertitel geguckt. Ich muss schon sagen, es war recht interessant, sie in der richtigen Reihenfolge zu gucken. Die ersten zwei Filme spielten noch im viktorianischen London des 19. Jahrhunderts. Dann erschienen drei Filme, die die beiden Helden in die Gegenwart versetzten. Sie konnten auf jeden Fall nicht an die vorherigen Filme anknüpfen. Es war das Jahr 1942, die USA befanden sich nun im Krieg gegen Nazi-Deutschland und daher sind die besagten Filme voll von Propaganda. Ich bin ja geschichtlich ziemlich interessiert, deshalb war es für mich recht interessant zu sehen, wie auffällig das in den Filmen dargestellt wurde. Danach gibt es keine Referenzen auf das Weltgeschehen mehr, abgesehen von einer Szene im Film "Das Spinnennest". Dort sind Holmes und Watson auf einer Kirmes und an einer Schießbude kann man auf Figuren von Hitler, Mussolini und Kaiser Hirohito schießen, was mich recht amüsiert hat.
Von allen Sherlock Holmes-Darstellern, die ich bisher gesehen habe, ist Basil Rathbone definitiv mein liebster, vielleicht, weil er genauso aussieht wie der Holmes auf den Illustrationen von Sidney Paget und ich es auch liebe, wie er spricht. Übrigens, was Nigel Bruces Darstellung von Dr. Watson angeht, darüber scheiden sich die Geister. In den Büchern ist Dr. Watson ein durchaus intelligenter Kerl und keineswegs füllig. Aber in den Filmen, vor allem in den späteren, wird Dr. Watson immer als etwas begriffstutzig dargestellt. Und mit seiner Leibesfülle entstand das Klischee von Dr. Watson als ein dicklicher, tolpatschiger Begleiter von Sherlock Holmes.

There is always a chance, doctor, as long as one can think.
Würde mich jemand fragen, was mein liebster Disneyfilm ist, dann wäre es...


Basil, der große Mäusedetektiv. Als Kind habe ich den Film vielleicht tausendmal gesehen und heute, wenn ich mal Lust auf einen Disneyfilm habe, ist Basil oft mein erster Wahl. Ich könnte auch den Film auf Deutsch und Englisch nachsprechen. Übrigens wohnt Basil ja im Haus von Sherlock Holmes und der hat mit Dr. Watson ja auch einen kleinen Kurzauftritt. Und zwar mit den Stimmen von Basil Rathbone und Nigel Bruce, obwohl der Film aus dem Jahr 1986 stammt. Das ist schnell erklärt, denn die beiden Schauspieler haben nach dem Ende der Filmserie eine etwa 200teilige Radioserie über ihre verkörpernden Helden gemacht. Da nahm man ein passendes Radiospiel und fügte einen Ausschnitt davon in den Film ein. Und ja, der Mäusedetektiv Basil heißt Basil, weil man ihn nach dem gleichnamigen Schauspieler benannt hat.

I don't care if I'm small, my mind is still that of a great detective.
Na, nach wen klingt das wohl? Natürlich nach dem guten Shinichi Kudo alias Conan Edogawa.


Das müsste im Jahr 2002 gewesen sein, als ich im Mangaladen meines Vertrauens ein Manga mit einem kleinen Jungen in der Sherlock Holmes-Aufmachung darauf gesehen habe. Was habe ich mich gefreut - einen weiteren Detektivmanga nach Secret Agent Holmes sammeln zu können. Wenn mein jetztiges Ich meinem damaligen Ich irgendwie sagen könnte, dass Conan nach 70 Bände immer noch kein Ende gefunden hat, dann würde mein damaliges Ich vermutlich ausflippen. Es kümmert mich nicht wirklich, ob Conan irgendwann mal den Boss der Schwarzen Organisation finden wird, ob Ran überhaupt jemals erfährt, wer er ist, solange es Kriminalfälle in Hülle und Fülle gibt, bin ich zufrieden. Und ich rätsele ja auch ziemlich gern mit...

Sollte es mich jemals nach London verschlagen, ist das Sherlock Holmes Museum eins meiner ersten Ziele. Und wenn ich das erstmal verlassen habe, werde ich dann eine nächtliche Jack The Ripper Tour mitmachen. Jawohl!

Übrigens, möchte jemand ein Interview mit Sir Arthur Conan Doyle hören? Ich wusste lange nicht, dass man ihn auch in bewegten Bildern bewundern konnte.

1 Kommentar:

  1. Basil! *__* Als Kind bekam ich die Videokassette davon geschenkt! Jetzt werden Erinnerungen wach. Also mehr an den Flair des Films, die eigentliche Handlung ging in fünfzehn Jahren verloren. ^^

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