Sonntag, 1. Mai 2011

Es muss nicht immer Murakami sein

Ich lese gerne Bücher. Mein Geschmack ist dabei recht vielfältig. Mal was Nachdenkliches, mal was Unterhaltsames, aber größtenteils mag ich es doch lieber spannend und blutig. Meine Bücherregale enthalten, grob geschätzt, zu 75% Bücher von Autoren aus den englischsprachigen Ländern, 17 % aus Deutschland, 8% aus den restlichen Ländern, davon vielleicht 5% aus Japan (Ähh, ergibt das alles 100%? Ich hoffe doch...). Also, ein Teil der 5% könnt ihr im Foto sehen. ^_^


Haruki Murakami. Wer er ist, brauche ich wohl nicht zu sagen. Klar ist, dass man immer gleich auf den kommt, sobald die Rede von japanischer Literatur ist, selbst wenn man mit dem Land überhaupt nichts zu tun hat. Ich mag seine Werke, vor allem Mister Aufziehvogel. Aber leicht zu lesen sind manche seiner Werke nicht. Manchmal möchte ich mich auch einfach nur unterhalten lassen.

Durch Filme, Dorama oder Manga(ka) komme ich oft auf interessante Bücher aus Japan, die ich gern lesen möchte. Sehr selten habe ich auch Glück und ich habe die Bücher bereits gelesen, bevor sie überhaupt irgendwo erwähnt werden. "Naoko" (Himitsu) von Keigo Higashino habe ich letzten Frühling gelesen und dann habe ich eine Weile später tatsächlich gelesen, dass eine Dorama-Version des Buches gedreht wird und im Winter 2010 ausgetrahlt wird. Auch "Dr. Irabu" von Hideo Okuda lief kürzlich als Dorama im japanischen Fernsehen.

Nichtsdestotrotz.... so gern ich auch einiges lesen möchte, was Mangaka in ihren privaten Panels in den Manga empfehlen, habe ich immer das gleiche Problem: Das Buch gibt es nicht in englischer oder deutscher Übersetzung. Manchmal gibt es aber das Buch bereits in englischer Übersetzung, es wird nur schwierig, es zu kriegen, wenn man nicht Kreditkarten wie Heu besitzt. Dann heißt es nur Geduld, Geduld, bis das Buch irgendwann leicht zu erwerben ist. Momentan bin ich übrigens scharf auf "Kagerou" von Hiro Mizushima, ein bekannter Schauspieler, der sich im Schreiben versucht hat. Er schickte das Buch unter seinem Realnamen an einen Verlag. Das Ganze fand im Rahmen eines Wettbewerbs statt und (ich habe keine Ahnung, ob der Verlag wirklich nichts gewusst hat) sein Buch wurde unter vielen Beiträgen als Sieger gekürt. Das Buch wurde zu einem Besteller (okay, ab da hat man gewusst, wer hinter dem Buch steckt) und die Kritiken sollen alle recht positiv sein. Mal sehen, ob das Buch jemals den Weg nach Übersee finden wird.

Ansonsten bleiben mir auch die typisch "altertümlich" angehauchten Werke bekannter japanischer Autoren wie Ranpo Edogawa, Natsume Soseki, Yukio Mishima oder Yasunari Kawabata. Aber das ist auch so wie bei deutschen Klassikern, entweder ist es leicht zu lesen oder nicht. Ich weiß nicht, wie lange ich bei Kawabatas "Schneeland" (Yukiguni), was in Japan als Klassiker Nummer Eins gilt, gebraucht habe, immer wieder musste ich das Buch zur Seite legen. Das Thema lag mir nicht wirklich zu. Aber ich wollte das Buch des ersten japanischen Literaturnobelpreistägers überhaupt mal gelesen haben....

Übrigens lese ich auch manchmal Bücher, die in Japan spielen, aber von nichtjapanischen Autoren geschrieben werden. Zum Beispiel die "Sano Ichirō"-Krimireihe von Laura Joh Rowland, die im feudalen Japan spielt (und mal so nebenbei das Herz eines Yaoi-Fangirls höher schlagen lässt). Die "Rei Shimura"-Krimireihe von Sujata Massey ist auch nicht zu verachten. Ich mag es, wenn ich merken kann, dass der Autor sein Herzblut in sein Werk gesteckt hat, da ist es mir auch egal, woher der Autor kommt.

Soo... ich habe ja schon vieles gelesen, aber ich würde mich immer über Empfehlungen freuen, falls jemand von euch sich auch gern mit japanischer (Unterhaltungs)literatur beschäftigt. ^_^
Und welches Buch aus japanischer Feder hat euch am besten gefallen?

Ich denke übrigens darüber nach, einmal im Monat auch mal ein Buch aus meinem kleinen Japan-Regal genauer vorzustellen...

Kommentare:

  1. Ich habe bisher noch gar kein Buch eines japanischen Autors gelesen und iwie schäme ich mich grad deshalb xD Welches Buch kannst du mir als Einsteiglektüre denn besonders empfehlen?

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  2. Falls du es unterhaltsam magst, würde ich dir "Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu" von Hideo Okuda empfehlen. Das Buch enthält eine Reihe skurrille Patientengeschichten des Doktors. ^_^

    Und wenn du es spannend magst... "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino hat Suchtpotenzial. *___*

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  3. Hallöchen ^^

    Ersteinmal danke ich Dir für Dein Kommentar! Habe mich wirklich sehr darüber gefreut ^^ Tom Morten mag ich auch gerne *_* Aber ob er mich mag...? Ich glaube, dass muss sich noch herausstellen XD"

    Ich habe erst letztens ein Buch von einem japanischen Schriftsteller gelesen. Ich glaube, es war mein erstes Buch von einem japanischen Autor... Jedenfalls heißt es "Alles, was wir geben mussten" und wurde von Kazuo Ishiguro geschrieben. Seine Geschichte spielt allerdings nicht in Japan und in einer "anderen Welt", wenn man es so nennen möchte. Das Thema ist ziemlich... schwer. Es ist schwer es in seinen Grundzügen erklären zu wollen, ohne etwas auszuplaudern zu wollen. Jedenfalls wurde das Buch auch verfilmt - vielleicht schaut man ihn am besten bevor man das Buch liest, da - wie ich fand - man für sich entscheiden muss, ob man wirklich für das Thema offen ist, oder es als "absurd" einordnet und das Buch zur Seite legt.

    Kannst Du mir vielleicht noch ein Buch von einem japanischen Autor empfehlen? Ich bin ziemlich aufgeschlossen, was die Themen angeht, solange es nicht blutig wird xD""

    Die Idee mit der Buchvorstellung finde ich wirklich gut! Ich finde, japanische Literatur wird viel zu wenig erwähnt.

    Wünsche Dir noch einen angenehmen Nachmittag!
    Ich hinterlasse Dir liebe Grüße!
    ~Trauerweide ^^

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  4. Ohne irgendwie wichtig zu tun, Ishiguro ist ein britischer Autor japanischer Herkunft. Aber das von dir erwähnte Buch steht schon länger auf meiner Liste, danke fürs Erwähnen. (Bald geht's wieder Bücher shoppen, yea!)

    Magst du Fantasy? "Die Zwölf Königreiche" von Fuyumi Ono fand ich toll geschrieben.
    Ansonsten das eben erwähnte Buch von Natsuo Kirino, blutig ist es nicht wirklich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Und wenn man kein Problem hat, auf Englisch zu lesen, "Crossfire" von Miyuki Miyabe ist auch ziemlich spannend. ^_^

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  5. Danke für dein Kommentar =)
    Oooh, ich hab noch nie ein Buch von einem japanischen Autor gelesen, bei mir findet man eher Amis, Engländer, Skandinavier und ab und zu auch Deutsche.. ^^

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