Sonntag, 12. Dezember 2010

Lost In Translation: Japanisch

Ich denke gerade darüber nach, was das erste japanische Wort war, das ich gelernt habe. Die eingewanderten Wörter wie Kimono oder Samurai zählen da freilich nicht.
Normalerweise sollte ich spontan auf Manga kommen, auch wenn ich mich nicht mehr erinnern kann, wo ich das Wort das erste Mal gehört habe. Die ersten Sailor Moon Manga wurden damals anno 1998 noch mit Comics aus Japan beworben. (Ich erinnere mich gerade, dass ein Band 9,95 DM gekostet hat! ^_^) - Und auch in den Info-Seiten der ersten Dragon Ball-Bände stand nur Comic statt Manga.

Aber ich weiß noch, welche zwei Wörter bei mir einen besonderen Aha-Effekt ausgelöst haben. Das waren sakura (Kirschblüte) und nadeshiko (Nelke). Wo das wohl war? Eingefleischte CLAMP-Fans wüssten das zumindest sicher - das war bei Card Captor Sakura: Sakura und ihre verstorbene Mutter Nadeshiko. Es gab nämlich viele Szenen, die auf ihren Namen anspielten, was dann auch als Zeile unter einem Panel erklärt wurde. Ich war ja schon so stolz damals, zwei japanische Wörter gelernt zu haben.

Wann ich angefangen hab, Japanisch zu lernen? Müsste mit 14 gewesen sein, da habe ich aus dem damaligen 56k-Modem-Internet ein paar Zeilen ausgedruckt und dazu noch die beiden Silbenschriften, Hiragana und Katakana. Ich hab' damals in der Schule geübt, wenn der Unterricht langweilig war (und auch zum Schummeln benutzt, tehehe ^_^). Die verschiedenen Schriftsysteme dieser Welt haben mich schon immer fasziniert - das kyrillische Alphabet, das koreanische Hangul, das griechische Alphabet, Ivrit, Arabisch...
Ansonsten war mehr einfach nicht drin außer den paar Basics wie konnichi wa (Guten Tag), arigatou gozaimasu (Vielen Dank) oder watashi wa Hotaru desu (Ich bin Hotaru). Ein paar Kanji konnte ich auch schon, halt nur die ganz leichten, für die man nur wenige Striche benötigte, aber das war es auch schon.

Vier Jahre später habe ich es dann mal wissen wollen: kann ich die Sprache lernen oder nicht? Ich habe mir dann das Buch Japanisch mit Manga besorgt und das war schon aufschlussreich. Es hat Spaß gemacht, immer mehr Neues zu lernen. Aber irgendwann ebbte das Ganze ab, das Interesse bestand allerdings nach wie vor. Dann hab' ich endlich mein Nintendo DSlite bekommen. Zuerst habe ich mir bei PlayAsia My Japanese Coach gekauft. Das war eine gute Entscheidung damals. Mir hat es schon immer viel gebracht, wenn ich auf spielerische Weise lernen kann. Aber dann wollte ich mich auch mit Kanji beschäftigen und da musste ein neues DS-Spiel her. Auf Englisch gab es das allerdings nicht, also beschloss ich, ein Risiko einzugehen und kaufte mir Tadashii Kanji Kakitori-kun. Es ist an japanische Kinder gerichtet, die Kanji üben wollen. Nicht nur die Kanji von der 1. bis zur 6. Klasse, sondern auch die der Mittelschule und Oberschule - also die 1945 Jouyou-Kanji. Das Spiel ist ideal, um die Strichfolgen zu üben. Was sie bedeuten, kann man auch durch die anklickbaren Info-Seiten herausfinden. Für Anfänger reicht es nämlich gerade noch, dort die On- und Kun-Lesungen in Hiragana und Katakana zu herausfinden.

Ich mache jetzt aber nicht so wie früher einen Stress damit, Japanisch unbedingt lernen zu wollen. Ich lasse es einfach langsam angehen. Ich freue mich einfach darüber, wenn ich das bisher Gelernte anwenden kann, um zu verstehen zB in Dorama, japanischen Filme oder auch manchmal in Manga und ich freue mich auch einfach darüber, wenn ich etwas Neues dazugelernt habe. Irgendwie prägen sich diese Erfolgserlebnisse besser im Gedächtnis ein, finde ich. ^_^

Kommentare:

  1. "Japanisch mit Mange" habe ich mir auch angeschaut ;) Fand die Vorgehensweise aber irgendwie ... keine Ahnung, ich hatte keinen richtigen Zugang zu dem Buch.
    Ist aber sicher ein guter Start für jemanden, der noch gar keine Ahnung hat und seine ersten Schritte machen möchte. Dem Informationschaos des Internet kann man sich später noch immer aussetzen ;)

    Hat Spaß gemacht, zu lesen, wie Du zu Japanisch kamst :)

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  2. Seit acht Jahren nehme ich mir vor, Japanisch zu lernen, aber nach ein paar Tagen geht mir immer wieder die Puste aus. Aber ich mag den Crash-Kurs Japanisch von PONS, da werden einige Alltagssituationen in einer ganz netten Yakuza-Geschichte behandelt.

    Und dein Beitrag erinnerte mich gerade an diesen Kurs: Japanisch lernen mit K-on :D

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